Bundeslager 2014 – Volldampf

Bundeslager Evakuierung 2014 – Wir waren dabei!

Das Bundeslager 2014 auf dem Schachen bei Münsingen ist schon wieder Geschichte. Unter dem Motto „Volldampf – Industrielle Revolution“ machten 10 Tage lang 4300 Pfadfinder aus ganz Deutschland und teils auch von der ganzen Welt, das Pfadfinderzentrum auf der schwäbischen Alb zu einem unvergesslichen Lager.

Vom Stamm Francesco Petrarca – Wendlingen waren 18 Pfadfinder und Pfadfinderinnen dabei. Die Sippe Luchs (12-14 Jahre) mit 7 Sipplingen, die Sippe Wolf (15-16 Jahre) mit 6 Ranger-Rover, die ihr letztes Lager als Sipplinge erlebten und 5 Mitarbeiter. Als Gast hatten wir Maria mit dabei, eine Spanierin, die mit uns die 10 Tage verbrachte, um Deutsch zu lernen und ein bisschen Pfadfinderluft zu schnuppern. Mit unserer Kochgruppe aus Hepsisau waren wir 46 Pfadis aus dem Gau Teck, die jeden Tag zusammen aßen, spielten, Feuer machten, sangen und Abenteuer erlebten.

Volldampf – Projekte zum Thema Industrielle Revolution

In den ersten Tagen lernten wir uns kennen und erkundeten den Platz, der aus 6 Teillagern bestand, mit vielen Cafés, einem Fahrtenshop und natürlich 4000 anderen Pfadfindern und ihren Schwarzzelten. Zum Thema industrielle Revolution wurden vielerlei Projekte angeboten, so machte ein Teil der Sippe Luchs beispielsweise eine Telegraphen-Ausbildung, sie bauten selber ein Telegramm und lernten das Morsealphabet auswendig. Weiter Projektangebote waren Rohrpost, Siebdruck, ein Riesenwindrad herstellen, einen Solarpark bauen und natürlich vieles mehr.

Das eigentliche Highlight war dann die Expo am Ende des Lagers, wo jeder sein Projekt vorstellen konnte und zur Krönung der Weltrekord der längsten Murmelbahn, von 1900 Meter, aufgestellt wurde.

Eine Nacht im Freibad

Von Freitag auf Samstag stand ein Hajk auf dem Programm. Die Ranger-Rover (15-17 Jahre) fuhren alleine mit dem Zug an den Bodensee. Die Sippe Luchs schloss sich mit dem Stamm Hepsisau zusammen und gingen gemeinsam wandern. Der erste und – ungeplanter Weise – letzte Stopp war das Freibad Münsingen, wo beide Stämme den Nachmittag verbrachten. Als es Abend wurde, mussten wir nach einem Schlafplatz suchen. Wir fragten beim Bademeister nach, ob er einen Ort kenne, an dem wir unser Lager für die Nacht aufschlagen könnten. Uns wurde dann angeboten, im Freibad selbst zu übernachten. Also hatten wir eine Nacht lang das Freibad für uns alleine, was ziemlich aufregend und spannend für alle Beteiligten war.

Am Sonntag kamen zahlreiche Besucher, um sich einmal anzuschauen, wie so ein Großlager ausschaut. Die Kinder zeigten ihren Eltern den Lagerplatz und auch die Sippe Leopard (8-10 Jahre) kam zu Besuch. Das Wetter war ausnahmsweise mal richtig sonnig und warm – bis um 16 Uhr die rote Unwetterflagge gehisst wurde. Rot Flagge heißt: Akutwarnung, Warnstufe 2, Programm beenden, Teilnehmer in ihre Gruppen. Also fingen wir fleißig an mit Zelte abspannen, alles wind- und wasserfest zu machen, unsern Platz aufzuräumen, Rucksäcke zu packen.

Um 18 Uhr ertönte dann die Sirene

Das hieß: wir mussten uns mit unserm ganzen Teillager sammeln und auf weitere Anweisungen warten. Mitnehmen durften wir nur eine Isomatte pro Zelt und jeder einen kleinen Rucksack. Nach dem alle ihre Traurigkeit über das Versäumen vom Abendessen (Geschnetzeltes mit Pilzsoße) überwunden hatten, war die Stimmung doch recht gut. Beim Warten schliefen einige, manche sangen, andere spielten Karten. Um uns herum wurden die anderen Teillager nach einander in Shuttlebusse geleitet. Um 20 Uhr waren dann auch wir an der Reihe und wurden in eine Turnhalle in Münsingen gefahren.

Wenig Platz, keine Matten, Käsfuß-Geruch und keine Ahnung, wie es weiterging. Gott sei Dank hatten wir unsern Proviant dabei und versorgten Wendlingen und Hepsisau mit ausreichend Wurst und Brot. Um 0 Uhr kam dann das offizielle Abendessen und kurz danach ein paar Turnmatten, um drauf zu schlafen. Decken wären um 3 Uhr nachts gekommen, aber das hätte sich ja dann auch nicht mehr gelohnt. Wie die Ölsardinen verbrachten wir also die Nacht in der Turnhalle, bis wir morgens früh um 7 Uhr nach einem Frühstück endlich wieder auf den Lagerplatz durften.

Trotz allem war es mal wieder ein gelungenes Lager, das wir so schnell nicht vergessen werden!

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